Steuervereinfachungen endgültig beschlossen

Nach erfolgreichem Vermittlungsverfahren haben Bundestag und Bundesrat in der letzten Woche das sog. Steuervereinfachungsgesetz beschlossen. Im ersten Versuch hatte der Bundesrat im Juli den Änderungen zur Vereinfachung die Zustimmung verweigert. Die Bundesländer lehnten insbesondere die Möglichkeit ab, die Steuererklärung nur noch alle zwei Jahre abgeben zu können. Diese Regelung ist nun entfallen. Alle anderen Änderungen können aber wie geplant in Kraft treten.

Von den nun endgültig beschlossenen Steuervereinfachungen und Modernisierungen profitieren Bürger, Unternehmen und Verwaltung. Die meisten Regelungen werden 2012 in Kraft treten, einige aber schon in diesem Jahr.

Das Steuervereinfachungsgesetz im Überblick

  • Rechnungen dürfen bereits rückwirkend seit dem 01.07.2011 elektronisch – z.B. als PDF-Datei – erstellt werden. Der Vorsteuerabzug daraus ist ohne elektronische Signatur zulässig. Das BMF hat einen Frage-Antwort-Katalog mit allen Einzelheiten zur Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung auf seiner Homepage (www.bundesfinanzministerium.de) veröffentlicht.
  • Bereits für 2011 steigt der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 € auf 1.000 €. Eine nennenswerte Zahl von Arbeitnehmern muss dadurch keine Steuererklärung mehr abgeben. Beim Steuerabzug vom Arbeitslohn wird die Erhöhung insgesamt bei der Abrechnung für Dezember 2011 berücksichtigt. Dazu werden geänderte Lohnsteuertabellen bzw. geänderte Lohnabrechnungsprogramme erstellt.
  • Für volljährige Kinder wird ab 2012 Kindergeld bis zum Ende der Ausbildung bzw. des Studiums erstmals unabhängig von der Höhe der eigenen Einkünfte (bisher max. 8.004 € jährlich) gewährt. Das erspart Eltern beim Kindergeldantrag und bei der Einkommensteuererklärung aufwendige Nachweise.
  • Zudem werden Kinderbetreuungskosten zukünftig unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern berücksichtigt. Zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 € je Kind, sind als Sonderausgaben im Rahmen der Steuererklärung abzugsfähig. Eine Seite der „Anlage Kind“ zur Einkommensteuererklärung fällt durch die Neuregelung weg.

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