StModernG verkündet: Das sind die wichtigsten Änderungen

Jetzt ist es offiziell: Das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens (kurz: StModernG) ist am 22.7.2016 im BGBl I 2016 S. 1679 verkündet worden.

Was sind die zentralen Neuerungen? Welche Normen ändern sich? Und wann treten Sie genau in Kraft? In diesem Beitrag haben wir alle wichtigen Informationen zum neuen Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens für Sie zusammengestellt!

1. Ausschließlich automationsgestützte Bearbeitung

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens sollen Steuererklärungen künftig ausschließlich automationsgestützt durch ein Risikomanagement-System (RMS) bearbeitet werden. Die Ermächtigungsgrundlage findet sich in § 155 Abs. 4 und 5 AO.

Individuelle Prüfungen durch einen Amtsträger sind beispielsweise dann möglich, wenn das RMS die Erklärung zur händischen Prüfung nach § 88 Abs. 5 AO aussteuert.

Neue Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten

Die Übermittlung der notwendigen Daten erfolgt bei beratenen Steuerpflichtigen durch den Steuerberater. Im Rahmen der automationsgestützten Bearbeitung unterliegt er neuen Pflichten zur Identifizierung des Steuerpflichtigen sowie Pflichten zur Aufzeichnung und Aufbewahrung der Daten. Nach § 87 Abs. 2 AO sind die Daten für einen Zeitraum von fünf Jahren aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die letzte Datenübertragung vollzogen wurde.

Klicken Sie hier: Alle relevanten Normen inklusive Erläuterung und Inkrafttreten zur Einführung des RSM und zur automationsgestützten Veranlagung haben wir hier für Sie bereitgestellt!
 

2. Neue Regelungen zur Abgabe von Steuererklärungen

§ 149 AO regelt die neue Fristverlängerung für Steuererklärungen, die von Steuerberatern erstellt worden sind. Hiernach müssen die Erklärungen bis zum „letzten Tag des Februars des Zweitfolgejahrs“ abgegeben werden. Fristverlängerungen werden jedoch nur noch zugelassen, wenn die Voraussetzungen des neuen § 109 Abs. 2 AO erfüllt sind. Gleiches regelt das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens auch für im Rahmen einer Vorabanforderung angeforderten Erklärung nach § 149 Abs. 3 AO.

Welche Normen ab 2017 genau bei der Abgabe von Steuererklärungen zu beachten sind, lesen Sie hier!

3. Datenübermittlung durch Dritte

Harmonisierte Regelungen zur Datenübertragung durch Dritte sorgen für eine Vielzahl an Änderungen in der Abgabenordnung und in einigen Spezialregelungen im Einkommensteuergesetz. Von zentraler Bedeutung ist hier insbesondere der neu geschaffene § 93c AO, der neue Fristen, Mitteilungspflichten sowie Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten regelt.

Die entsprechenden Normen zur Datenübermittlung durch Dritte finden Sie übersichtlich zusammengefasst hier!

4. Vollmachtdatenbank und Steuerberaterverzeichnis

§ 80a AO schafft die Grundlagen für eine Vollmachtdatenbank, über die Steuerberater Daten über die ihnen erteilten Vollmachten an die Landesfinanzbehörden übermitteln können. Achtung: Werden falsche Daten übermittelt oder Änderungen nicht unverzüglich mitgeteilt, drohen nach § 383b AO empfindliche Geldstrafen!

Was Sie zur neuen Vollmachtdatenbank und zum Steuerberaterverzeichnis wissen müssen, lesen Sie jetzt hier!

5. StModernG: Weitere Änderungen

Herstellungskostenbegriff, Lohnsteuerjahresausgleich und Zuwendungsbestätigung: Auch abseits der Datenübertragung und der Automation der Steuererklärung unternimmt das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens eine Vielzahl an praxisrelevanten Detailänderungen. Klicken Sie deshalb hier: Die wichtigsten geänderten Einzelnormen haben wir übersichtlich für Sie bereitgestellt.

Alle wichtigen Eckpunkte des Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens finden Sie außerdem kompakt aufbereitet und analysiert in unserem kostenfreien Spezialreport. Hier herunterladen:
 

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