Neue Regelungen zur Abgabe der Steuererklärung

Freigabe der elektronischen Steuererklärung durch den Mandanten

Ab wann: erstmals ab 2017, wenn Daten an Finanzbehörden übermittelt werden

Norm: § 87d Abs. 3 AO

Neuerung: Steuerberater müssen die Daten der elektronischen Steuererklärung in leicht nachprüfbarer Form für ihre Mandanten zugänglich machen und eine Freigabe einzuholen. Der Berater hat das Wahlrecht, ob er den Mandanten die Daten vor oder nach dem Versand an die Finanzbehörde zur Prüfung gibt.

Verlängerte Abgabefrist der Steuererklärung

Ab wann: erstmals anzuwenden für Besteuerungszeiträume und –punkte nach dem 31.12.2017

Norm: § 149 Abs. 2 und 3 AO

Neuerung: Für beratene Steuerpflichtige bzw. für deren Berater gilt, dass die Steuererklärung bis spätestens zum letzten Tag des Februars des Zweitfolgejahres einzureichen ist.

Für unberatene Steuerpflichtige verkürzt sich die Frist auf den 31.07 des Folgejahres.
 

Vorabanforderung von Steuererklärungen

Ab wann: erstmals anzuwenden für Besteuerungszeiträume und –punkte nach dem 31.12.2017

Norm: § 149 Abs. 3 AO

Neuerung: Die Finanzverwaltung ist dazu ermächtigt, Steuererklärungen von beratenen Steuerpflichtigen vor dem Ende der Abgabefrist anzufordern. Die in den gleichlautenden Erlassen der obersten Länderfinanzbehörden geregelten Gründe werden durch das StModernG in den Gesetzestext aufgenommen und nachgeschärft und um weitere Punkte ergänzt:

  • Es erfolgte eine automationsgestützte Zufallsauswahl.
  • Es ist eine Außenprüfung vorgesehen.
  • Vorauszahlungen für den Besteuerungszeitraum wurden außerhalb einer Veranlagung herabgesetzt.
  • Es wurde ein Betrieb eröffnet oder eingestellt.

Die durch eine Vorabanforderung angeforderte Erklärung muss innerhalb von vier Monaten bearbeitet und eingereicht werden. Frühestmöglicher Ablauf der Abgabefrist ist der 31.7. des Folgejahres.

Fristverlängerung für die Abgabe von Steuererklärungen

Ab wann: erstmals anzuwenden für Besteuerungszeiträume und –punkte nach dem 31.12.2017

Norm: § 109 Abs. 2 AO

Neuerung: Eine Fristverlängerung für die Abgabe von Steuererklärungen, die durch einen Berater erstellt worden sind, wird künftig nur noch von der Finanzverwaltung gewährt, wenn kein Verschulden seitens des Steuerpflichtigen vorliegt. Gleiches gilt für im Rahmen einer Vorabanforderung angeforderte Steuererklärungen.

Der automatische Verspätungszuschlag

Ab wann: ab 2017

Norm: § 152 AO

Neuerung: Wird die Frist zur Abgabe einer Steuererklärung oder einer vorabangeforderten Steuererklärung überschritten, erfolgt eine automatische Festsetzung eines Verspätungszuschlags. Für jeden angefangenen Monat werden 0,25 % der um die Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge bereinigten Steuer berechnet; jedoch mindestens 25 EUR.

Bei einer Steuererstattung oder einer Festsetzung auf 0 EUR erfolgt statt des automatischen Zuschlages ein Ermessen durch die Finanzverwaltung.

Ausnahme: In Fällen, in denen dem Steuerpflichtigen nicht bewusst war, dass er erstmalig eine Steuererklärung abzugeben hat, entsteht der Verspätungszuschlag erst nach Ablauf der durch die Finanzverwaltung gesetzten Frist zur Abgabe der entsprechenden Steuererklärung.

Weitere Änderungen durch das StModernG

Das Risikomanagementsystem und die automationsgestützte Veranlagung

Neue Regelungen zur Abgabe der Steuererklärung (aktuell)

Datenübermittlung durch Dritte

Vollmachtdatenbank und Steuerberaterverzeichnis

Weitere Änderungen
 
Zurück zur Themenseite Modernisierung des Besteuerungsverfahrens