Das Jahressteuergesetz 2018 ist da! Hier informieren

Mit Datum vom 25.06.2018 hat das BMF den Referentenentwurf eines Jahressteuergesetzes 2018 veröffentlicht. Mit dem Jahressteuergesetz 2018 sollen die noch in diesem Jahr fachlich gebotenen und zwingend notwendigen Rechtsänderungen im Steuerrecht erfolgen.

Der Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2018 ist diesmal wieder umfangreicher geworden: 85 Seiten prall gefüllt mit Steueränderungen. Doch zum Glück müssen Sie sich nicht durch dieses Werk wälzen! Hier auf diesen Seiten informieren wir Sie über die wichtigsten Änderungen – so umfangreich wie nötig, so kompakt wie möglich.

Unseren Spezialreport zum Jahressteuergesetz 2018 erhalten Sie hier in Kürze

Anm.: Unsere Redaktion arbeitet bereits an einem Spezialreport „Jahressteuergesetz 2018“ – unsere Reports zu den jeweiligen Jahressteuergesetzen werden in Fachkreisen seit vielen Jahren gekannt und hoch geschätzt (Downloads zu den Jahressteuergesetzen der vergangenen Jahre sehen Sie zum Beispiel hier).

Bis dahin erhalten Sie hier auf dieser Seite schon einmal einen Vorausblick, welche Änderungen das Jahressteuergesetz 2018 bringen wird.

Hierzu gehören:

  • notwendige Anpassungen an EU-Recht (z.B. Richtlinie (EU) 2017/2455 des Rates v. 05.12.2017 zu elektronischen Dienstleistungen) und
  • EuGH-Rechtsprechung (z.B. Rechtssache C-20/16 „Bechtel“ zum Abzug von Vorsorgeaufwendungen) sowie
  • Umsetzung von Rechtsprechung des BVerfG (u.a. Beschl. v. 29.03.2017 – 2 BvL 6/11 zum Verlustabzug bei der KSt) und
  • des BFH (z.B. Urt. v. 07.12.2016 – I R 76/14 zum § 49 EStG).

Weiter unten in diesem Beitrag finden Sie eine erste konkrete Auflistung der wichtigsten Neuerungen.

Die Verabschiedeung des Jahresteuergesetz 2018 ist noch im Herbst 2018 geplant

Außerdem enthält das Gesetz Folgeänderungen und Anpassungen aufgrund von vorangegangenen Gesetzesänderungen und setzt weiteren kurzfristigen fachlichen und redaktionellen Änderungsbedarf um. Die Verabschiedung ist noch im Herbst 2018 geplant. Dem Vernehmen nach handelt es sich beim Jahressteuergesetz 2018 nur um einen ersten Teil. Das BMF plant wohl Anfang 2019 die Umsetzung einer Reihe weiterer Änderungen.

 

Welche Änderungen bringt das Jahressteuergesetz 2018?

Aus dem jetzigen Entwurf des Jahressteuergesetz ist auf folgende Regelungen hinzuweisen:

  • Verweisänderung bei der steuerfreien betrieblichen Gesundheitsförderung (§ 3 Nr. 34 EStG). Es erfolgt eine Anpassung an das Präventionsgesetz vom 17.07.2015, BGBl I 2015, 1368 und das vorgesehene Zertifizierungsverfahren.
  • Folgeänderungen zum Betriebsrentenstärkungsgesetz. Es handelt sich überwiegend um redaktionelle Änderungen. Die Voraussetzung, dass der Arbeitnehmer bei der Direktversicherung auf die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG verzichten muss, damit der Arbeitgeber die Beiträge nach § 40b EStG a.F. pauschal besteuern kann, wird aufgehoben (§ 52 Abs. 4 Satz 12 f. und Abs. 40 Satz 2 EStG).
  • Folgeänderungen zum Zweiten und Dritten Pflegestärkungsgesetz. Es erfolgt eine Anpassung der Steuerbefreiungsvorschrift für weitergeleitete Pflegegelder (§ 3 Nr. 36 EStG) und eine Anpassung der Gewerbesteuerbefreiung für Alten- und Pflegeheime (§ 3 Nr. 20 Buchst. c GewStG).
  • Aufnahme der Identifikationsnummer des Kindes in den Zulagenantrag (§ 89 Abs. 2 Satz 1 Buchst. d EStG). Um den Datenabgleich zwischen der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen und den Familienkassen zu optimieren, ist bei der Beantragung der Kinderzulage künftig die Identifikationsnummer des Kindes obligatorisch anzugeben.
  • Verfassungskonforme Regelung des Verlustabzugs bei Kapitalgesellschaften (§ 34 Abs. 6 KStG). § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG (quotaler Verlustwegfall bei einem Anteilseignerwechsel zwischen 25 % und 50 %) ist auf schädliche Beteiligungserwerbe, die nach dem 31.12.2007 und vor dem 01.01.2016 stattgefunden haben, nicht anzuwenden.
  • Folgeänderungen zum Investmentsteuerreformgesetz 2018, z.B. Teilfreistellung nach InvStG und Organschaft (§ 15 KStG)
  • Verhinderung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren auf elektronischen Marktplätzen im Internet (§§ 22f und 25e – neu – UStG). Betreiber von elektronischen Marktplätzen werden verpflichtet, Angaben von Nutzern, für deren Umsätze in Deutschland eine Steuerpflicht in Betracht kommt, aufzuzeichnen. Der Betreiber eines elektronischen Marktplatzes haftet zudem für die nicht entrichtete Umsatzsteuer aus der Lieferung eines Unternehmers, die auf dem von ihm bereitgestellten Marktplatz rechtlich begründet worden ist.
  • Umsatzsteuerliche Behandlung von Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen (§ 3 Abs. 13 bis 15 UStG). Die Vorschriften grenzen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine voneinander ab und bestimmen den Zeitpunkt der Steuerentstehung.
  • Vereinfachung elektronische Dienstleistungen. Die Änderung von § 3a Abs. 5 UStG führt dazu, dass bei grenzüberschreitenden elektronischen Dienstleistungen, die von einem Unternehmer, der über eine Ansässigkeit in nur einem Mitgliedstaat verfügt, Leistungsort der Ort ist, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt, wenn die Entgelte 10.000 € nicht überschreiten.
  • Elektronische Übermittlung der Veräußerungsanzeige nach § 18 GrEStG

Soweit die Änderungen nicht redaktionell oder klarstellend sind, treten sie überwiegend zum 01.01.2019 in Kraft.

Hier gibt es weiterführende Informationen zum Jahressteuergesetz 2018 und weiteren Steuergesetzen 2018

An dieser Stelle veröffentlichen wir in Kürze unseren Spezialreport „Jahressteuergesetz 2018“. Aber auch neben dem Jahressteuergesetz kommen dieses Jahr einige spannende Neuerungen im Steuerrecht auf uns zu. Darüber können Sie sich jetzt schon im folgenden Beitrag informieren – Neue Steuergesetze 2018: Diese wichtigen Steueränderungen sollten Sie kennen.

Oder, noch praktischer: Sie laden das folgende Dossier kostenlos herunter!

 

Jahressteuergesetz 2018: Gesetzestexte und öffentliche Dokumente

Jahressteuergesetz 2018: Referentenentwurf des BMF vom 21.6.2018

Weiterführende Beiträge zum Jahressteuergesetz 2018

StUmgBG: Das kleine JStG 2018