StÄndG 2015, BilRUG und Co.: Diese Steueränderungen 2015/2016 gehen auch Ihre Mandanten etwas an!

In der Steuerkanzlei gibt es traditionell zum Jahreswechsel viel zu tun. Unter anderem gehört es auch dazu, Ihre Mandanten über die bevorstehenden steuerrechtlichen Änderungen zu informieren.

Aber dabei allein muss es nicht bleiben: Die „Pflicht zur Information“ können Sie nämlich nutzen, um ganz einfach und gezielt honorarwirksame Beratungsanlässe zu schaffen! Im Rahmen einer Mandanteninformation sind dazu vor allem ein gut durchdachter Themenmix sowie eine mandantengerechte Aufbereitung notwendig.

So schlagen Sie mit einer Klappe gleich zwei Fliegen: Wie und über welche steuerlichen Neuerungen Sie Ihre Mandanten im Rahmen einer Mandanteninformation in diesem Jahr auf jeden Fall informieren sollten, habe ich hier für Sie aufbereitet.

StÄndG 2015, BilRUG und Co.: Wer die Wahl hat…

Mal Hand aufs Herz: Dieses Jahr hat der Gesetzgeber mit steuerrechtlichen Änderungen nicht gegeizt, oder? Erst kam das ZollkodexAnpG, dann das Steueränderungsgesetz 2015, daneben noch das BilRUG und das Bürokratieentlastungsgesetz. Ganz zu schweigen von zahlreichen offiziellen Schreiben, die Regelungen erweitern, verkürzen oder ganz abändern.

Zu all diesen wichtigen Wegpunkten der steuerlichen Gesetzgebung 2015 haben wir Sie informiert – entweder mit unseren Artikeln, unseren Spezialreports und Dossiers oder unserem Newsletter (Sie sind noch kein Abonnent? Das sollten Sie schleunigst ändern: Klicken Sie hier und melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an!)

Ein reichhaltiger Fundus an Informationen steht Ihnen also bereits zur Verfügung, den Sie nutzen können, um Ihre Mandanten mit dem nötigen Info-Material zum Jahreswechsel zu versorgen.
 

Aber: Die Informationen von unserer Webseite sollten Sie nicht einfach so (und vor allem nicht ungefiltert) an Ihre Mandanten weitergeben. Denn hier bereiten wir Fachinformationen gezielt für Sie als Steuerberater auf – das heißt, Mandanten, die sich in der Regel eher selten mit dem Steuerrecht befassen, werden bestenfalls nur „Bahnhof verstehen“.

Ein Transfer zwischen fachlichen Informationen und mandantengerechter Aufbereitung ist daher unumgänglich. Aber dazu später mehr. Lassen Sie uns vorher einen Blick darauf werfen, den richtigen Themenmix für Ihre Mandanteninformation zu finden. Der ist mindestens genauso wichtig – denn nichts ist ärgerlicher, als dass Ihre Mandanten die Mandanteninformation nur kurz überfliegen und dann ungelesen zur Seite legen, weil (aus ihrer Sicht) keine spannenden Themen behandelt werden.

Steueränderungen zum Jahresende: Das ist für Ihre Mandanten interessant

Nachfolgend habe ich für Sie eine kleine Auswahl der „heißesten“ Themen zum Jahresende zusammengestellt, über die Sie Ihre Mandanten in jeden Fall informieren sollten.

Die Themenauswahl ist nicht eng gehalten, aus Absicht. Mit einem bunten Mix aus verschiedenen Steuergebieten sorgen Sie dafür, dass Ihre unterschiedlichen Mandantengruppen Informationen finden, die sie auch interessieren werden.

Also, starten wir gleich los mit den interessantesten Steuerthemen zum Jahreswechsel 2015/2016!

Neue Grenzen für die Buchführungspflicht

Der Klassiker, denn so ziemlich jeder Mandant mit eigenem Unternehmen ist von dieser Änderung betroffen.

Beginnend mit dem 31.12.15 gelten für Wirtschaftsjahre neue Grenzwerte für die handels- und steuerrechtlichen Buchführungspflichten. Der bisherige Schwellenwert wurde von 500.000 EUR Umsatzsteuererlös auf 600.000 EUR, bzw. von 50.000 EUR Gewinn auf 60.000 EUR heraufgesetzt.

Damit wird die Gruppe der Unternehmen größer, die nicht zur Buchführung verpflichtet sind – ebenso sind diese Unternehmen auch nicht zur Führung einer Bilanz verpflichtet.

Investitionsabzugsbetrag: Auflockerung der Anforderungen

Kleine und mittlere Betriebe können bereits vor der Anschaffung eines Wirtschaftsgutes einen Gewinn mindernden Investitionsabzugsbetrag bilden, und zwar in Höhe von max. 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs-, bzw. Herstellungskosten (Achtung: die Höchstgrenze liegt bei 200.000 EUR!). Voraussetzung dafür ist aber, dass das Wirtschaftsgut innerhalb eines dreijährigen Zeitraums angeschafft wird.

Zeichnet sich im Investitionszeitraum ab, dass das Wirtschaftsgut insgesamt teurer wird (z.B. durch gestiegene Preise), so kann eine nachträgliche Aufstockung des Investitionsabzugsbetrags veranlasst werden.

Geänderte Größenkriterien und Schwellenwerte

Wichtig für Kapitalgesellschaften, denn ab dem 31.12.2015 gelten für alle kommenden Wirtschaftsjahre geänderte Größenklassen und monetäre Schwellenwerte.

Größenklassen:KleinstKleinMittelGroß
Bilanzsumme
in Mio. EUR
≤ 0,350,35 – 0,6
(0,35 – 4,84)
6 -20
(4,84 – 19,25)
> 20
(>19,25)
Umsatz
in Mio. EUR
≤ 0,707 – 12
(0,7 – 9,68)
12 – 40
(9,68 – 38,5)
> 40
(>38,5)
Mitarbeiter≤ 10> 10 – ≤ 50≤ 250> 250

Tabelle 1: Geänderte Größenklassen (alte Werte in Klammern)

BruttomethodeNettomethode
Bilanzsumme
in Mio. EUR
> 24
(> 23, 1)
> 20
(> 19,25)
Umsatz
in Mio. EUR

> 48
(> 46,2)

> 40
(> 38,5)
Mitarbeiter> 250> 250

Tabelle 2: Befreiung von der Konzernabschlusserstellungspflicht (alte Werte in Klammern)

Dabei erfolgt eine Einstufung als kleine oder mittelgroße Kapitalgesellschaft nun, wenn mindestens zwei Größenkriterien eingehalten werden. Bei einer neuen Einordnung in eine niedrigere Stufe können Kapitalgesellschaften jetzt von Erleichterungen profitieren, wie z.B. bei der Prüfungspflicht und bei der Pflicht zur Veröffentlichung der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Werte für Kleinstkapitalgesellschaften bleiben unverändert.

Lohnsteuerpauschalierung bei Sachzuwendungen

Sehr interessant für Arbeitgeber: Mit einem neuen Schreiben hat die Finanzverwaltung Ihre Anweisung zur Lohnsteuerpauschalierung bei Sachzuwendungen konkretisiert und an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Demnach zählen zu den pauschalisierungsfähigen Zuwendungen nur noch solche, die betrieblich veranlasst sind und beim Empfänger dem Grunde nach zu steuerbaren und steuerpflichtigen Anlässen führen.

Die Zuwendungen müssen bei Arbeitnehmern zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden; Aufmerksamkeiten unterhalb der 10-EUR-Grenze bleiben unberücksichtigt.

Das Wahlrecht zur Lohnsteuerpauschalierung ist spätestens in der letzten Lohnsteueranmeldung des Wirtschaftsjahres auszuüben (auch in Betriebsprüfungen möglich).

Neuregelung beim Mindestlohn

Wieder etwas für Ihre Arbeitgebermandate: Für Erleichterung sorgt der Gesetzgeber beim Mindestlohn. Seit 1.8.2015 entfällt bei der Dokumentation der Arbeitszeiten die Aufzeichnungspflicht, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt der letzten 12 Monate über 2.000 EUR lag. Ebenfalls gilt die Aufzeichnungspflicht nicht mehr für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kindern und Eltern des Arbeitgebers.

Hinweis: Jedoch können Ihre Mandanten aufgrund des Arbeitszeitgesetzes auch weiterhin zur Aufzeichnung verpflichtet sein.

Erhöhte Grundfreibeträge

Das ist etwas für jeden Ihrer Mandanten: Bereits rückwirkend zum 1.1.2015 wurden die Grundfreibeträge im EStG von 8.354 EUR (2014) auf 8.472 EUR (2015) erhöht. Eine erneute Erhöhung kommt zum 1.1.2016 auf 8.652 EUR.

Ebenfalls ergeben sich weitere steuerliche Vorteile für Ihre Mandanten, über die Sie sie unbedingt informieren sollten: Der Kinderfreibetrag, einschließlich des Freibetrags für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung, erhöht sich ab 1.1.2016 auf 7.248 EUR, rückwirkend ab 1.1.2015 wird ebenfalls das Kindergeld angehoben.

Weitere wichtige Themen für Ihre Mandanten

Diese Liste ist natürlich nicht abschließende. Es gibt noch weitere Themen, die für Ihre Mandanten interessant sind und die Sie in Ihrer Mandanteninformation aufgreifen können. Darunter fallen beispielsweise:

  • der Ort der Lieferung beim Reihengeschäft,
  • der BFH und der Sanierungserlass,
  • die erneuten Änderungen bei Reverse-Charge, oder
  • die Reform der Erbschaftsteuer.

 

Mandanten informieren: Jetzt sind Sie gefragt

Mit einem umfassenden und persönlichen Rundschreiben informieren Sie Ihre Mandanten über die wichtigsten steuerlichen Änderungen zum Jahreswechsel 2015/2016 – einen guten Grundstock an wichtigen und interessanten Themen für habe ich Ihnen mit diesem Artikel gegeben.

Aber jetzt sind Sie gefragt. Denn nun heißt es: Weiter recherchieren, die nötigen Informationen zusammenstellen, und alles mandantengerecht aufbereiten und ausformulieren.

Denn nicht nur gilt es, die oftmals komplexe Steuermaterie für Laien verständlich wiederzugeben. Aus der Mandanteninformation muss auch ersichtlich werden, welche Probleme sich durch die Neuregelungen ergeben (denn erst dadurch platzieren Sie überhaupt die angestrebten Beratungsanlässe).

Hier ein Formulierungsbeispiel:


Neue Grenzen für die Buchführungsverpflichtung
Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, gelten neue Grenzwerte für die handels- und steuerrechtlichen Buchführungspflichten. Der bisherige Schwellenwert von 500.000 EUR Umsatzerlös pro Jahr ist auf 600.000 EUR und der Gewinn von 50.000 EUR pro Jahr auf 60.000 EUR heraufgesetzt worden. Damit steigt die Gruppe der Unternehmer, die nicht Buchführungspflicht sind. Dadurch entfällt für diese Unternehmer auch die Verpflichtung, eine Bilanz aufzustellen.

Hinweis: Waren Sie bislang auf Basis der alten Grenzen zur Bilanzierung verpflichtet, bleiben aber künftig unter der Grenze, kommt der Übergang zur Einnahmenüberschussrechnung in Betracht. Bitte sprechen Sie uns an, ob dies eine Alternative für Sie ist, damit wir gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden können.


Solch eine umfangreiche Aufgabe braucht natürlich Zeit und ist leider nicht an einem Nachmittag erledigt. Ich habe schon von Steuerberatern gehört, die gerade deshalb extra in der Vorweihnachtszeit Nacht- und Wochenendschichten einlegen oder eine ganze Arbeitskraft nur für diese Arbeit abstellen.

Ersparen Sie sich Sonderschichten! Es geht auch einfacher, dafür habe ich einen Geheimtipp für Sie:

Mein Tipp: Sparen Sie sich Arbeit und lassen Sie schreiben

Die Deubner Fachredaktion bietet zu diesem Zweck bereits vorgefertigte Mandanteninformation zum Jahresende 2015 an, die Ihren Mandanten die relevanten steuerrechtlichen Änderungen eingehend und mandantengerecht erläutert. Ein Musterexemplar hat die Deubner Fachredaktion hier für Sie bereitgestellt.

Das Besondere an dieser Art der Mandanteninformation aus dem Deubner Verlag: Das erste Drittel des Schreibens ist für den Eindruck mit Ihrem eigenen Briefkopf reserviert – so können Sie dem Informationsschreiben Ihre ganz persönliche Handschrift verpassen und unterstreichen zugleich die hohe Qualität des Schreibens.

Weitere Informationen zur Mandanteninformation zum Jahresende 2015 finden Sie auf dieser Seite. Klicken Sie hier.

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